die Hurtigrute

Die Hurtigrute – eine tägliche Schiffsverbindung in Norwegen  von Bergen bis ins Eismeer nach Kirkenes zwecks Post und Warentransport . Touristen sind natürlich erwünscht und dürfen gerne mitfahren. hurtigruten_routenkarte_b Es gibt einen genauen Fahrplan mit ca. 36 Anlegehäfen , die Strecke ist insgesamt 5400 km lang, führt übers Nordkapp bis in die Barent-See und dauert 12 Tage. Der Großteil der Strecke liegt im Golfstrom und hat mildere klimatische Bedingungen aufzuweisen als aufgrund der nördlichen Breite zu erwarten wäre.     27.3.2011 Urlaub Tag 1 Fahrt nach München zu meiner Cousine Waltraud, die wir erst vor einem Jahr wiedergefunden haben. Sie empfängt uns herzlich und wir verbringen zwei wunderbare Tage in München. 2011-03-28_10-22-11SAMSUNG        Nach dem netten Familientag führt „Salvator“, das bayrische Bockbier bereits nach einer Flasche zu einer ruhigen durchschlafenen Nacht. Am Montag besichtigen wir bei herrlichem Wetter die Stadt. 29.3.20111.Tag Seereise Waltraud bringt uns zum Flughafen, über Kopenhagen erreichen wir Bergen. 2011-03-29_15-18-46 Bryggen, die Altstadt ist sonnendurchflutet und wunderschön. Nach einem Stadtrundgang entern wir um 17h die „Vesteralen“, unser Hurtigrutenschiff. Tolles Abendbuffet, dann nehmen wir Abschied von Bergen – eine schöne Nachtausfahrt. 30.3.20112.Tag Wir erwachen kurz vor Maløy und schiessen die ersten Morgenfotos noch vor Sonnenaufgang. Bei bestem Wetter und mittlerem Seegang genießen wir in der Panoramalounge den Ausblick auf schneebedeckte Berge. Nach einem Stück auf offener See geht’s wieder in Landnähe, kurzer Stopp in Torvik. SAM_3576-2 In Ålesund scheint die Sonne. Wir besteigen den Berg Aksla zur Hälfte und haben einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Abfahrt um 15h. Später dann Molde , die Stadt der Rosen und des Jazz. Wir laufen um 17h30 ein. 2011-03-30_17-37-04SAMSUNG          31.3.2011 3.Tag Die Ankunft in Trondheim verschlafen wir – 6h. 2011-03-31_08-38-29SAMSUNG        Nach dem Frühstück ca. 20 min zu Fuß in die Stadt. Die Morgensonne spiegelt die alten Lagerschuppen aus Holz im Fluß. Der Nidarosdom aus dem 14.Jhdt ist sehr beeindruckend, wenn auch innen etwas dunkel. 2011-03-31_09-37-31SAMSUNG        Beim Bummeln entdecken wir die Liebfrauenkirche, eine offene Kirche, d.h. hier übernachten Obdachlose, es gibt Tee, Kaffee und Brot vom Vortag mit Butter. Die Morgenkälte ist angenehmer Wärme gewichen. Ein leichter Sonnenbrand im Gesicht macht sich breit. Um 12h geht’s wieder los. Gleich kommt Munkholmen, 2011-03-31_12-13-23 ursprünglich Mönchsinsel, dann Festung, vor Trondheim ins Blickfeld. Die Werft, wo einige Hurtigrutenschiffe gebaut wurden und der unter Naturschutz stehende Leuchtturm, die tägliche Begegnung mit südwärts gehenden Hurtigrutenschiffen lassen keine Langeweile aufkommen. Das Wetter erlaubt die Fahrt durch den   2011-03-31_16-19-06Stokksundet, eine Engstelle , in der Berge bis nahe ans Schiff reichen und Signaltöne zur Warnung für andere Schiffe nötig sind. Dann der Leuchtturm Kjeungskjaer Fyr aus dem Jahr 1880. 2011-03-31_14-32-35SAMSUNG        In Rørvik, einem kleinen Fischerdorf, ein kurzer Rundgang am Abend. 1.4.2011 4.Tag Wir stehen früh auf weil etwas Besonderes bevorsteht: Genau um 7h 24min und 30 sec überqueren wir den nördlichen Polarkreis. 2011-04-01_07-24-172011-04-01_09-59-36 Im Juni geht ab hier die Sonne nicht unter, im Winter nicht auf.„König Neptun“ unterzieht uns der Polartaufe und stellt uns auf eine Stufe mit Heilbutt, Krabben, russischen U-Booten und Meerjungfrauen. Der Kaptain spendiert einen Schnaps.Ørnes und Bodø liegen auf unserem Weg nordwärts. Die Seeadler müssen wir nicht lange suchen, einer Mitgliedschaft im hiesigen Seeadlerclub stünde nichts mehr im Wege. 2011-04-05_15-33-36 Wir überqueren den einst gefürchteten Westfjord zu den Lofoten. Rosi lässt sich von einem netten Norweger über Land und Leute informieren. Ihr Vater war während des 2. Weltkrieges in Narvik stationiert. Das Dörfchen Stamsund sehen wir vom Schiff aus. Bald darauf Abendspaziergang in Svolvaer. Die dortige Eisbar kennen wir bereits von Fotos. Es gibt ein Kriegsmuseum und einige Kunstgalerien. Die Lofoten sind sensationell und verfügen über ein ganz eigenes Klima. DSC02296 Die Trollfjordpassage um Mitternacht verschlafen wir. 2.4.20115.TagBereits um 6h45 betreten wir Harstad, ein kleines Fischerdorf auf den Lofoten. 2011-04-02_06-44-36 Rundgang mit Aussenbesichtigung der oben am Berg liegenden Harstad Kirke. Wir begegnen kurz vor Abfahrt der südwärts gehenden. „MS Trollfjord“. Dann fahren wir durch den Rystraumen, dem schnellsten Gezeitenstrom der Welt mit 6 Knoten Geschwindigkeit zwischen Ebbe und Flut. Die Bewölkung wird dichter, in der Panoramalounge, auf der Fahrt nach Tromsø, schreibe ich weiter an diesem Bericht.30 min Aufenthalt in Finnsnes, dann 4 Stunden in Tromsø. Der Wind holt uns fast bei der Überquerung der schwankenden Brücke zur Eismeerkathedrale. 2011-04-02_15-08-03SONY Unbedingt sehenswert, einzigartige Architektur. Ein großes Glasmosaik symbolisiert die Auferstehung Christi. Zurück mit dem Bus, in der Stadt ist es windstill. Der neugotische Dom ist mit 750 Sitzplätzen eine der größten Holzkirchen des Landes.. Farbenprächtige alte Holzhäuser in der Sjogata und Skippergata. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind nahe beisammen und leicht zu Fuß erreichbar. Shoppingmeile in der Storgata. Tromso ist zwar sehr schön, doch die Bezeichnung „Paris des Nordens“ finden wir überzogen. 3.4.2011 6.Tag Hammerfest, die nördlichste Stadt sehen wir gerade noch beim Auslaufen. Havøysund - kurzer Aufenthalt. Ankunft in Hønnigsvag ca. mittags. 2011-04-03_13-37-53SAMSUNG        Von hier startet den Ausflug zum Nordkapp. 2000 km sind es noch zum Nordpol. Wir besuchen die Kirche. Sie blieb als einziges Gebäude in Hønnigsvag stehen als die Deutschen bei ihrem Rückzug unter dem Motto „verbrannte Erde“ – in der gesamten Finnmark - alle Häuser anzündeten. Einige Wochen lebten um die 100 Personen in der Kirche – samt Bäckerei. 2011-04-03_12-33-12SAMSUNG        Am Ende der Messe sehen wir auch noch das soeben getaufte Kind. Die Leute sind sehr freundlich, Kaffee gibt’s direkt in der Kirche. Beim Stadtbummel entdecken wir, dass das Museum auch heute offen hat. Eine sehr interessante Zusammenstellung über die Geschichte des Ortes und des Nordkapps erwarten uns. Um 15h15 legen wir ab Richtung Kjøllefjord und Mehamn, dem nördlichsten Hafen unserer Reise. Da müssen wir natürlich raus und der Selbstauslöser erledigt den Rest. Ab nun fahren wir in der Barents See. Zuvor gab's abends großes Nordkappbuffet: Königskrabben, Hummer, Muscheln, viele Sorten Fisch, Rentierfleisch, Roastbeef und vieles, vieles mehr. Vom Feinsten!! 2011-04-03_18-49-51SONY   4.4.2011 7.Tag Kurz nach Sonnenaufgang laufen wir in Vadsø ein. Amundsen und Nobile starteten von hier ihre Nordpolexpeditionen per Luftschiff. Mit einem Tee an der Reling genießen wir das herrliche Wetter. Kirkenes ist der entfernteste Ort, den wir anlaufen, dann geht’s wieder zurück. Beeindruckend der Hafen mit den Eisschollen und dem starken Wind. Im Ort selber ist es ruhig und warm. Die Kirche von außen (leider zu), Bummel samt Einkauf . Wieder auf der Jagd nach schönen Fotos. Tausende haben sich bereits auf den Speicherkarten eingefunden. Bewahren wollen wir die Eindrücke vor allem im Herzen – manches kann man nicht in Bildern festhalten. In Vardø, dem östlichsten Punkt unserer Reise (liegt sogar weiter im Osten als St. Petersburg und Istanbul), schöner Hafen, alte Stadt, aber auch die Radaranlagen der Nato. Besuch der Festung. Sie wurde 1738 fertiggestellt als Bollwerk gegen die Russen. Viele Kommandanten residierten hier, auch die Deutschen. Die Festung wurde jedoch nie angegriffen. Die Kanonen sind also noch sehr gut erhalten. Zwischen 1621 und 1692 wurde hier auch Hexenprozesse geführt und 90 Frauen und Männer als Hexen verbrannt – ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte. 2011-04-04_16-32-102011-04-04_16-26-03SAMSUNG        Dann die Wasserfontäne weit vorne. Mitreisende haben ein Gruppe von Walen entdeckt, ca. 20 kleinere Exemplare. Ist in der Barentssee nichts außergewöhnliches. Wir spüren trotz ruhigem Wetter ein bisschen die Wildheit dieses Meeres. Der Sonnenuntergang ist gigantisch, wenn auch bei starkem Wind. Wir verbringen wie immer viel Zeit draußen an Deck. 2011-04-04_19-28-59 Kurz vor dem Einschlafen plötzlich die Durchsage: Nordlicht steuerbord. Jacke über den Pyjama, ohne Socken in die Schuhe, die Schuhbänder offen, rasch an Deck. Der Camera schnell ihre Software gestrichen, manuelle Belichtung. „Hunting the light“! Es gelingt, dieses seltene, wunderbare Phänomen festzuhalten. Es ist wunderschön, von eigenartiger Mystik.Wir sind beide an Deck, händchenhaltend und ganz verliebt. 5.4.20118.Tag Wetter sonnig, dann wechselhaft. Nach dem Auslaufen aus Havøysund treffen wir die MS Nordnorge. Ein kurzer Graupelschauer weht mich fast über Bord. Da ist mein Gewicht doch von Vorteil. Die Fotoausrüstung ist gewaschen und wartet auf neue Aufgaben. Schließlich strahlt die Sonne wieder vom Himmel. Wir lernen Harry kennen, einen netten Bayern, der versehentlich alle Fotos gelöscht hat. Ein Rettungsversuch von admin erweist sich als erfolgreich. Mittags: Hammerfest. 2011-04-05_12-51-442011-04-05_12-25-39 Sturmregen nach Ankunft, dann Sonnenschein. Besichtigung der Kirche samt Grabeskapelle (ebenfalls stehengeblieben als Mahnmal nach der Aktion „verbrannte Erde“ der Deutschen). Sehr schön die katholische Kirche, wir zünden Kerzen an für Familie, Freunde und Pfarre. In der Stadt läuft gerade eine Zivilschutzübung, fast ein Volkfest. Im örtlichen Eisbärenclub lassen wir uns trotz Reiseführerempfehlung nicht einschreiben, im Männergesangsverein haben sie uns nicht genommen. Bin bereits wieder landkrank – ist recht lustig, wenn der Boden schwankt an Land als hätte man etwas getrunken. Mittagessen wieder tolles Buffet, vielleicht hätte ich statt dem Laptop lieber eine Waage mitnehmen sollen. Nachmittags Kjollefjord, schönes, kleines Fischerdorf in geschützter Lage mit Blick auf den Gletscher. Alles bei strahlendem Sonnenschein mit anschließendem Abendrot. Um 22h tolles Nordlicht – „hunting the the light“ dauert bis fast Mitternacht. Unglaublich beeindruckend. Die Stimmung ist kaum zu beschreiben. Die Energie wie von 500 Atombomben verglüht sich alleine in einem Licht, das ständig wechselt, verschwindet und wiederkommt. 2011-04-05_23-00-28SAMSUNG        Ein Eindruck von Weite, Ewigkeit und Achtung vor der Schöpfung entsteht. So erleben wir noch die Einfahrt in Tromso um Mitternacht mit der beleuchteten Eismeerkathedrale. Glücklich und ziemlich ausgefroren fallen wir erst spät ins Bett. „Schlafen kann man im Süden“ ist ein geflügeltes Wort hier.   6.4.2011 9.Tag Wie immer beginnen wir den Tag mit einem Tee an Deck. Neuer Tag, neues Glück, so scheint es, denn die Sonne strahlt mit uns um die Wette. Harstad genießen wir nur vom Schiff aus. Viele wollen Fotos von mir vom Nordlicht: ein Juwelier aus den Niederlanden, Doris aus Deutschland, Harry, der Bayer , die Fotografin aus Hamburg, das Paar aus Düsseldorf.... Um 10h geht’s durch den ca. 5 km langen Risøyrenna-Kanal nach Risoyhamn. dann weiter nach Sortland, und schließlich nach Stokmarknes, alles Orte auf den Vesteralen. DSC03410 Hier besuchen wir das Hurtigrutenmuseum über die Geschichte der Postschiffreisen. Fotos aller Häfen, Modelle aller Schiffe, das ausrangierte Schiff „Finnmarken“ mit seiner Ausstattung aus den 50er Jahren können wir sogar begehen. Abfahrt um 15h15, wer zu spät kommt, versäumt nicht nur das Leben sondern auch das Schiff. Der enge Raftsund ist vor uns, schön, aber leider beginnt es zu regnen. Und dieses mal zum ersten mal richtig. Ob die Leute, die die Seeadlersafari gebucht haben, Erfolg haben werden? Ja, sie sehen Adler, die im Gleitflug ins Meer geworfene Fische holen. Das Wetter wird schlechter und leider ist alles nur grau in grau. Es ist trotzdem noch sehr beeindruckend. Den Eingang zum Trollfjord sehen wir, wegen Lawinengefahr können wir ihn aber nicht befahren. Im engen Fjord sind die Berge nahe beim Schiff bis zu 1000 m hoch. Abends legen wir dann in Svolvaer auf den Lofoten an. Die Gestelle mit dem Stockfisch sind weithin sichtbar.   Stockfischexport hat große Tradition, vor allem in katholische Länder wie Italien und Russland. Als im 13. Jhdt die Fischer außer ihrem Fang noch 39 halbtote gestrandete Italiener heimbrachten und einer davon in der Heimat dem Papst berichtete war dies der Start für den Handel mit Italien, der Fisch gilt als beliebte Fastenspeise. Er muß zuerst in Wasser eingeweicht werden und wird in Italien sogar in Lauge gekocht. Nächster Ort: Stamsund. Anlegen um 22h, dann die Überquerung des Vestfjordes, zurück zum Festland. Die See ist etwas unruhig und schaukelt uns in den Schlaf.   7.4.2011 10.Tag Die Sandstrände von Ørnes betrachten wir im Morgengrauen, Nesna vom Schiff aus. Um 9h30min überschreiten wir den Polarkreis. Bei der darauffolgenden Zeremonie gibt’s Lebertran, den Löffel mit der Inschrift „I did the Artic“ dürfen wir behalten. In Sandnesjøen bummeln wir durch die Fußgängerzone. Die Bergkette „Die 7 Schwestern“ ist zu sehen, dann die Kirche von Alstahaug, aus dem 12. Jhdt. Leider regnet es fast die ganze Zeit. Erst jetzt wird uns klar, welches Geschenk das Wetter der ersten 9 Tage war. Ein Tag herrlicher als der andere. Bummel in Bronnøysund, netter Ort. Dann taucht der Torghatten auf, der Berg mit dem Loch (Durchmesser ca. 25 m). 2011-04-07_17-40-05SAMSUNG        Der Käptn macht einen kleinen Umweg, um uns einen schönen Blick zu ermöglichen. Plötzlich kommt die Sonne durch, der Anblick des Torghatten ist unglaublich.Abschiedsessen am Abend, da einige am nächsten Tag das Schiff verlassen. In Rørvik ein Abendspaziergang, schöne Kirche, ein kleiner Hafen, Stockfisch aus nächster Nähe zu sehen und zu riechen. In der Nacht Windstärke 6, die Gischt spritzt über das ganze Schiff. Wir schlafen wie immer herrlich gut . 8.4.2011 11.Tag Wir wachen in Trondheim auf und überlegen ob wir bei Regenwetter nochmals zum Nidarosdom pilgern wollen. Die Entscheidung fällt positiv aus, wir sehen nochmals die alte Brücke, die schönen Häuser und den Dom sowie die Marienkirche. Mittlerweile scheint wieder die Sonne, die Veränderung der Stadt gegenüber 9 Tage vorher ist groß. Der Schnee ist komplett weg, der Frühling kann kommen. Kurzer Blick auf das neben uns liegende Schiff Kong Harald, dann Ausfahrt von Trondheim, vorbei an Munkholmen. Sehr schöne Hafeneinfahrt in Christiansund, abends Molde. Am besten sieht man die Städte vom Meer aus.Nachmittags offene Seestrecke mit Windstärke 7. Die Wellen sind wunderbar, 8-10 m von Tal bis Sohle und spiegeln den Regenbogen wenn die Sonne hineinscheint. Das Schiff bewegt sich heftig, ich fliege Treppe hinauf ohne mich zu verletzen. Schwerelos für eine Sekunde! Manche Passagiere leiden in unterschiedlichen Schweregraden an Seekrankheit.  Das Abendessen wird um 2 Stunden verschoben. Wir kommen in ruhiges Gewässer und geniessen das letzte Abendessen mit einem kleinen Fläschchen Rotwein. 9.4.2011 12.Tag Morgens Floro. Packen und vorbereiten auf Ausschiffen. Harry entdeckt nochmals ein Rudel kleiner Wale, ca. 1 Stunde nach Floro. Ankunft in Bergen um 14 h30. Nach Checkin im Neptun Hotel Stadtbesichtigung. Bergen ist wunderschön , alle feiern die Ankunft des Frühlings. Trotzdem spüren wir die Ruhe dieser Stadt und werfen einen Blick vom Floien über die Stadt.   10.4.201113.Tag Morgens Besuch der Messe in der katholischen St.Pauls Kirche. Norwegisch ist schwer verständlich, Gott sei Dank ist der Ablauf einheitlich. Der Dom ist sehenswert, teilweise aus Holz. Wir können kaum genug kriegen von Bergen. Um 16h "take off", über Kopenhagen nach München . Waltraud und Peter holen uns ab und versorgen uns für die Heimreise. Man sagt, die Hurtigrute  ist die vielleicht schönste Seereise der Welt  - für uns ist sie es! 2011-03-30_12-09-60   Die Hurtigrute – eine tägliche Schiffsverbindung bis ins Eismeer von Bergen nach Kirkenes zwecks Post und Warentransport . Touristen sind natürlich erwünscht und dürfen gerne mitfahren. Es gibt einen genauen Fahrplan mit ca. 36 Anlegehäfen , die Strecke ist insgesamt 5400 km lang, führt übers Nordkapp bis in die Barent-See und dauert 12 Tage. Der Großteil der Strecke liegt im Golfstrom und hat mildere klimatische Bedingungen aufzuweisen als aufgrund der nördlichen Breite zu erwarten wäre.   27.3.2011 Urlaub Tag 1 Fahrt nach München zu meiner Cousine Waltraud, die wir erst vor einem Jahr wiedergefunden haben. Sie empfängt uns herzlich und wir verbringen zwei wunderbare Tage in München. Nach dem netten Familientag führt„Salvator“, das bayrische Bockbier bereits nach einer Flasche zu einer ruhigen durchschlafenen Nacht. Am Montag besichtigen wir bei herrlichem Wetter die Stadt.     29.3.2011 1.Tag Seereise Waltraud bringt uns zum Flughafen, über Kopenhagen erreichen wir Bergen. Bryggen, die Altstadt ist sonnendurchflutet und wunderschön. Nach einem Stadtrundgang entern wir um 17h die „Vesteralen“, unser Hurtigrutenschiff. Tolles Abendbuffet, dann nehmen wir Abschied von Bergen – eine schöne Nachtausfahrt.   30.3.2011 2.Tag Wir erwachen kurz vor Maloy und schiessen die ersten Morgenfotos noch vor Sonnenaufgang. Bei bestem Wetter und mittlerem Seegang genießen wir in der Panoramalounge den Ausblick auf schneebedeckte Berge. Nach einem Stück auf offener See geht’s wieder in Landnähe, kurzer Stopp in Torvik. In Alesund scheint die Sonne. Wir besteigen den Berg Aksla zur Hälfte und haben einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Abfahrt um 15h, Später dann Molde , die Stadt der Rosen und des Jazz. Wir laufen um 18h30 ein.   31.3.2011 3.Tag Die Ankunft in Trondheim verschlafen wir – 6h. Nach dem Frühstück ca. 20 min zu Fuß in die Stadt. Die Morgensonne spiegelt die alten Lagerschuppen aus Holz im Fluß. Der Nidarosdom aus dem 14.Jhdt ist sehr beeindruckend, wenn auch innen etwas dunkel. Beim Bummeln entdecken wir die Liebfrauenkirche, eine offene Kirche, d.h. hier übernachten Obdachlose, es gibt Tee, Kaffee und Brot vom Vortag mit Butter. Die Morgenkälte ist angenehmer Wärme gewichen. Ein leichter Sonnenbrand im Gesicht macht sich breit. Um 12h geht’s wieder los. Gleich kommt Munkholmen, ursprünglich Mönchsinsel, dann Festung, vor Trondheim ins Blickfeld. Die Werft, wo einige Hurtigrutenschiffe gebaut wurden und der unter Naturschutz stehende Leuchtturm, die tägliche Begegnung mit südwärts gehenden Hurtigrutenschiffen lassen keine Langeweile aufkommen. Das Wetter erlaubt die Fahrt durch den Stokksundet, eine Engstelle , in der Berge bis nahe ans Schiff reichen und Signaltöne zur Warnung für andere Schiffe nötig sind. In Rorvik, einem kleinen Fischerdorf, ein kurzer Rundgang am Abend.     1.4.2011 4.Tag Wir stehen früh auf weil etwas Besonderes bevorsteht: Genau um 7h 24min und 30 sec überqueren wir den nördlichen Polarkreis. Im Juni geht ab hier die Sonne nicht unter , im Winter nicht auf. „König Neptun“ unterzieht uns der Polartaufe und stellt uns auf eine Stufe mit Heilbutt, Krabben, russischen U-Booten und Meerjungfrauen. Der Kaptain spendiert einen Schnaps. Ornes und Bodo liegen auf unserem Weg nordwärts. Die Seeadler müssen wir nicht lange suchen, einer Mitgliedschaft im hiesigen Seeadlerclub stünde nichts mehr im Wege. Wir überqueren den einst gefürchteten Westfjord zu den Lofoten. Rosi lässt sich von einem netten Norweger über Land und Leute informieren. Ihr Vater war während des 2. Weltkrieges in Narvik stationiert. Das Dörfchen Stamsund sehen wir vom Schiff aus. Bald darauf Abendspaziergang in Svolvaer. Die dortige Eisbar kennen wir bereits von Fotos. Es gibt ein Kriegsmuseum und einige Kunstgalerien. Die Lofoten sind sensationell und verfügen über ein ganz eigenes Klima. Die Trollfjordpassage um Mitternacht verschlafen wir.   2.4.2011 5.Tag Bereits um 6h45 betreten wir Harstad, ein kleines Fischerdorf auf den Lofoten. Rundgang mit Aussenbesichtigung der oben am Berg liegenden Harstad Kirke. Wir begegnen kurz vor Abfahrt der südwärts gehenden. „MS Trollfjord“. Die Bewölkung wird dichter, in der Panoramalounge, auf der Fahrt nach Tromso, schreibe ich weiter an diesem Bericht. 30 min Aufenthalt in Finnsnes, dann 4 Stunden in Tromso. Der Wind holt uns fast bei der Überquerung der schwankenden Brücke zur Eismeerkathedrale. Unbedingt sehenswert, einzigartige Architektur. Ein großes Glasmosaik symbolisiert die Wiederkunft Christi. Zurück mit dem Bus, in der Stadt ist es windstill. Der neugotische Dom ist mit 750 Sitzplätzen eine der größten Holzkirchen des Landes.. Farbenprächtige alte Holzhäuser in der Sjogata und Skippergata. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind nahe beisammen und leicht zu Fuß erreichbar. Shoppingmeile in der Storgata. Tromso ist zwar sehr schön, doch die Bezeichnung „Paris des Nordens“ finden wir überzogen.   3.4.2011 6.Tag Hammerfest, die nördlichste Stadt sehen wir gerade noch beim Auslaufen. . Havoysund - kurzer Aufenthalt. Ankunft in Honnigsvag ca. mittags. Von hier startet den Ausflug zum Nordkapp. Wir besuchen die Kirche. Sie blieb als einziges Gebäude in Honnigsvag stehen als die Deutschen bei ihrem Rückzug unter dem Motto „verbrannte Erde“ – in der gesamten Finnmark - alle Häuser anzündeten. Einige Wochen lebten um die 100 Personen in der Kirche – samt Bäckerei. Am Ende der Messe sehen wir auch noch das soeben getaufte Kind. Die Leute sind sehr freundlich, Kaffee gibt’s direkt in der Kirche. Beim Stadtbummel entdecken wir, dass das Museum auch heute offen hat. Eine sehr interessante Zusammenstellung über die Geschichte des Ortes und des Nordkapps erwarten uns. Um 15h15 legen wir ab Richtung Kjollefjord und Mehamn, dem nördlichsten Hafen unserer Reise. Da müssen wir natürlich raus und der Selbstauslöser erledigt den Rest. Ab nun fahren wir in der Barents See. Zuvor gab's abends großes Nordkappbuffet: Königskrabben, Hummer, Muscheln, viele Sorten Fisch, Rentierfleisch, Roastbeef und vieles, vieles mehr. Vom Feinsten!!     4.4.2011 7.Tag Kurz nach Sonnenaufgang laufen wir in Vadso ein. Amundsen und Nobile starteten von hier ihre Nordpolexpeditionen per Luftschiff. Mit einem Tee an der Reling genießen wir das herrliche Wetter. Kirkenes ist der entfernteste Ort, den wir anlaufen, dann geht’s wieder zurück. Beeindruckend der Hafen mit den Eisschollen und dem starken Wind. Im Ort selber ist es ruhig und warm. Die Kirche von außen (leider zu), Bummel samt Einkauf . Wieder auf der Jagd nach schönen Fotos. Tausende haben sich bereits auf den Speicherkarten eingefunden. Bewahren wollen wir die Eindrücke vor allem im Herzen – manches kann man nicht in Bildern festhalten. In Vardo, dem östlichsten Punkt unserer Reise (liegt sogar weiter im Osten als St. Petersburg und Istanbul), schöner Hafen, alte Stadt, aber auch die Radaranlagen der Nato. Besuch der Festung. Sie wurde 1738 fertiggestellt als Bollwerk gegen die Russen. Viele Kommandanten residierten hier, auch die Deutschen. Die Festung wurde jedoch nie angegriffen. Die Kanonen sind also noch sehr gut erhalten. Zwischen 1621 und 1692 wurde hier auch Hexenprozesse geführt und 90 Frauen und Männer als Hexen verbrannt – ein dunkles Kapitel ihrer Geschichte. Dann die Wasserfontäne weit vorne. Mitreisende haben ein Gruppe von Walen entdeckt, ca. 20 kleinere Exemplare. Ist in der Barentssee nichts außergewöhnliches. Wir spüren trotz ruhigem Wetter ein bisschen die Wildheit dieses Meeres. Der Sonnenuntergang ist gigantisch, wenn auch bei starkem Wind. Wir verbringen wie immer viel Zeit draußen an Deck. Kurz vor dem Einschlafen plötzlich die Durchsage: Nordlicht steuerbord. Jacke über den Pyjama, ohne Socken in die Schuhe, die Schuhbänder offen, rasch an Deck. Der Camera schnell ihre Software gestrichen, manuelle Belichtung. „Hunting the light“! Es gelingt, dieses seltene, wunderbare Phänomen festzuhalten. Es ist wunderschön, von eigenartiger Mystik. Wir sind beide an Deck, händchenhaltend und ganz verliebt.   5.4.2011 8.Tag Wetter sonnig, dann wechselhaft. Nach dem Auslaufen aus Havoysund treffen wir die MS Nordnorge. Ein kurzer Graupelschauer weht mich fast über Bord. Da ist mein Gewicht doch von Vorteil. Die Fotoausrüstung ist gewaschen und wartet auf neue Aufgaben. Schließlich strahlt die Sonne wieder vom Himmel. Wir lernen Harry kennen, einen netten Bayern, der versehentlich alle Fotos gelöscht hat. Ein Rettungsversuch von admin erweist sich als erfolgreich. Mittags: Hammerfest. Sturmregen nach Ankunft, dann Sonnenschein. Besichtigung der Kirche samt Grabeskapelle (ebenfalls stehengeblieben als Mahnmal nach der Aktion „verbrannte Erde“ der Deutschen). Sehr schön die katholische Kirche, wir entzünden Kerzen an für Familie, Freunde und Pfarre. In der Stadt läuft gerade eine Zivilschutzübung, fast ein Volkfest. Im örtlichen Eisbärenclub lassen wir uns trotz Reiseführerempfehlung nicht einschreiben, im Männergesangsverein haben sie uns nicht genommen. Bin bereits wieder landkrank – ist recht lustig, wenn der Boden schwankt an Land als hätte man etwas getrunken. Mittagessen wieder tolles Buffet, vielleicht hätte ich statt dem Laptop lieber eine Waage mitnehmen sollen. Nachmittags Kjollefjord, schönes, kleines Fischerdorf in geschützter Lage mit Blick auf den Gletscher. Alles bei strahlendem Sonnenschein mit anschließendem Abendrot.   Um 22h tolles Nordlicht – „hunting the the light“ dauert bis fast Mitternacht. Unglaublich beeindruckend. Die Stimmung ist kaum zu beschreiben. Die Energie wie von 500 Atombomben verglüht sich alleine in einem Licht, das ständig wechselt, verschwindet und wiederkommt. Ein Eindruck von Weite, Ewigkeit und Achtung vor der Schöpfung entsteht. So erleben wir noch die Einfahrt in Tromso um Mitternacht mit der beleuchteten Eismeerkathedrale. Glücklich und ziemlich ausgefroren fallen wir erst spät ins Bett. „Schlafen kann man im Süden“ ist ein geflügeltes Wort hier.   6.4.2011 9.Tag Wie immer beginnen wir den Tag mit einem Tee an Deck. Neuer Tag, neues Glück, so scheint es, denn die Sonne strahlt mit uns um die Wette. Harstad genießen wir nur vom Schiff aus. Viele wollen Fotos von mir vom Nordlicht: ein Juwelier aus den Niederlanden, Doris aus Deutschland, Harry, der Bayer , die Fotografin aus Hamburg,….. Um 10h geht’s durch den ca. 5 km langen Risoyrenna-Kanal nach Risoyhamn. dann weiter nach Sortland, und schließlich nach Stokmarknes, alles Orte auf den Vesteralen. Hier besuchen wir das Hurtigrutenmuseum über die Geschichte der Postschiffreisen. Fotos aller Häfen, Modelle aller Schiffe, das ausrangierte Schiff „Finnmarken“ mit seiner Ausstattung aus den 50er Jahren können wir sogar begehen. Abfahrt um 15h15, wer zu spät kommt, versäumt nicht nur das Leben sondern auch das Schiff. Der enge Raftsund ist vor uns, schön, aber leider beginnt es zu regnen. Und dieses mal zum ersten mal richtig. Ob die Leute, die die Seeadlersafari gebucht haben, Erfolg haben werden? Ja, sie sehen Adler, die im Gleitflug ins Meer geworfene Fische holen. Das Wetter wird schlechter und leider ist alles nur grau in grau. Es ist trotzdem noch sehr beeindruckend. Den Eingang zum Trollfjord sehen wir, wegen Lawinengefahr können wir ihn aber nicht befahren. Im engen Fjord sind die Berge nahe beim Schiff bis zu 1000 m hoch. Abends legen wir dann in Svolvaer auf den Lofoten an. Die Gestelle mit dem Stockfisch sind weithin sichtbar. Stockfischexport hat große Tradition, vor allem in katholische Länder wie Italien und Russland. Als im 13. Jhdt die Fischer außer ihrem Fang noch 39 halbtote gestrandete Italiener heimbrachten und einer davon in der Heimat dem Papst berichtete war dies der Start für den Handel mit Italien, der Fisch gilt als beliebte Fastenspeise. Er muß zuerst in Wasser eingeweicht werden und wird in Italien sogar in Lauge gekocht. Nächster Ort: Stamsund. Anlegen um 22h, dann die Überquerung des Vestfjordes, zurück zum Festland. Die See ist etwas unruhig und schaukelt uns in den Schlaf.   7.4.2011 10.Tag Die Sandstrände von Ornes betrachten wir im Morgengrauen, Nesna vom Schiff aus. Um 9h30min überschreiten wir den Polarkreis. Bei der darauffolgenden Zeremonie gibt’s Lebertran, den Löffel mit der Inschrift „I did the Artic“ dürfen wir behalten. In Sandnesjoen bummeln wir durch die Fußgängerzone. Die Bergkette „Die 7 Schwestern“ ist zu sehen, dann die Kirche von Alstahaug, aus dem 12. Jhdt. Leider regnet es fast die ganze Zeit. Erst jetzt wird uns klar, welches Geschenk das Wetter der ersten 9 Tage war. Ein Tag herrlicher als der andere. Bummel in Bronnoysund, netter Ort. Dann taucht der Torghatten auf, der Berg mit dem Loch (Durchmesser ca. 25 m). Der Käptn macht einen kleinen Umweg, um uns einen schönen Blick zu ermöglichen. Plötzlich kommt die Sonne durch, der Anblick des Torghatten ist unglaublich. Abschiedsessen am Abend, da einige am nächsten Tag das Schiff verlassen. In Rorvik ein Abendspaziergang, schöne Kirche, ein kleiner Hafen, Stockfisch aus nächster Nähe zu sehen und zu riechen. In der Nacht Windstärke 6, die Gischt spritzt über das ganze Schiff. Wir schlafen wie immer herrlich gut .   8.4.2011 11.Tag Wir wachen in Trondheim auf und überlegen ob wir bei Regenwetter nochmals zum Nidarosdom pilgern wollen. Die Entscheidung fällt positiv aus, wir sehen nochmals die alte Brücke, die schönen Häuser und den Dom sowie die Marienkirche. Mittlerweile scheint wieder die Sonne, die Veränderung der Stadt gegenüber 9 Tage vorher ist groß. Der Schnee ist komplett weg, der Frühling kann kommen. Kurzer Blick auf das neben uns liegende Schiff Kong Harald, dann Ausfahrt von Trondheim, vorbei an Munkholmen. Sehr schöne Hafeneinfahrt in Christiansund. Am besten sieht man die Städte vom Meer aus.     …............... Nachmittags offene Seestrecke mit Windstärke 6. Die Wellen sind wunderbar, 6-8 m von Tal bis Sohle und spiegelt den Regenbogen wenn die Sonne hineinscheint. Das Schiff bewegt sich heftig, ich fliege Treppe hinauf ohne mich zu verletzen. Schwerelos für eine Sekunde! Manche Passagiere leiden in unterschiedlichen Schweregraden, uns ist auch mulmig. Aus rein persönlichen Erfahrungen steuern wir gegen, in dem wir folgende Tips berücksichtigen: Um nicht seekrank zu werden empfehle ich:     Ruhe bewahren, keine Panik aufkommen lassen .an die frische Luft gehen aus dem Fenster sehen und den Horizont im Auge behalten in der Mitte des Schiffes und je tiefer je besser sind die Bewegungen weniger wenn gar nichts hilft im Bett in Seitenlage liegen   Dies soll aber niemand vor Seereisen abschrecken, meistens passiert gar nichts und die Erlebnisse wiegen alles auf.